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Gas-Alarmstufe Rot: Warum Deutschland droht, der Hahn zugedreht zu werden und die Politik versagt

Gas-Alarmstufe Rot: Warum Deutschland droht, der Hahn zugedreht zu werden und die Politik versagt

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In einer Zeit, in der Energie zur härtesten Währung der Geopolitik geworden ist, erlebt Deutschland ein Erwachen, das unsanfter kaum sein könnte. Die Illusion der Sicherheit, in die wir uns gewiegt haben, bröckelt mit jedem Tag, an dem die Temperaturen fallen und die Speicherstände sinken. Doch was sich derzeit hinter den Kulissen abspielt, übertrifft selbst die pessimistischsten Prognosen. Es ist nicht nur das Wetter, das uns zu schaffen macht – es ist eine Kette von politischen Fehlentscheidungen und unternehmerischer Kälte, die unser Land an den Rand einer Versorgungskrise treibt.

Die jüngsten Nachrichten rund um den Energieriesen Uniper und die desolate Lage unserer Gasspeicher sind mehr als nur eine Warnung; sie sind ein gellender Alarmruf, den niemand mehr überhören darf.

Der Skandal um Breitbrunn: Profit vor Versorgungssicherheit?

Im Zentrum des Sturms steht eine Entscheidung, die jeden rational denkenden Bürger fassungslos zurücklässt. Uniper, der Energiekonzern, der zu 99 Prozent dem deutschen Staat gehört und mit Milliarden an Steuergeldern gerettet wurde, plant die Stilllegung des Gasspeichers in Breitbrunn. Dies ist nicht irgendein Speicher. Es ist der drittgrößte in ganz Deutschland und der wichtigste für den Freistaat Bayern. Eine strategische Reserve, die in Krisenzeiten das Überleben von Industrie und Haushalten im Süden der Republik sichern soll.

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Die Begründung für diesen Schritt klingt wie Hohn in den Ohren derer, die ihre Heizkostenabrechnungen kaum noch bezahlen können: Der Betrieb sei “nicht wirtschaftlich”. Die Margen seien zu klein, teilweise sogar negativ. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein verstaatlichtes Unternehmen, dessen oberste Pflicht eigentlich die Daseinsvorsorge sein sollte, zieht sich aus der Verantwortung, weil die Kasse nicht stimmt. Es wird argumentiert, der Speicher im porösen Tiefengestein sei technisch aufwendiger und nur als Saisonspeicher geeignet. Doch in einer Zeit, in der Versorgungssicherheit das höchste Gut ist, darf Wirtschaftlichkeit nicht das alleinige Maß aller Dinge sein.

Wenn der Staat als Eigentümer hier nicht interveniert, macht er sich mitschuldig an der Demontage unserer kritischen Infrastruktur.

Leere Speicher, leere Versprechen

Die Situation ist umso brisanter, wenn man einen Blick auf die nackten Zahlen wirft. Die Gasspeicher-Füllstandsverordnung – ein bürokratisches Wortungetüm, das eigentlich Sicherheit schaffen sollte – schreibt vor, dass die Speicher am 1. Februar zu 40 Prozent gefüllt sein müssen. Doch die Realität in Breitbrunn spottet jeder Beschreibung: Mit rund 19 Prozent Füllstand ist man meilenweit von diesem Ziel entfernt. Auch bundesweit sieht es düster aus. Die Gesamtfüllstände sind unter die psychologisch wichtige Marke von 40 Prozent gefallen.

Jeden Tag verlieren wir durch die anhaltende Kälte und den hohen Verbrauch rund einen Prozentpunkt an Reserve. Es ist eine einfache Rechnung, die jeder Grundschüler versteht: Wenn man aus einer Flasche mehr trinkt, als man nachfüllt, ist sie irgendwann leer. Und genau das passiert gerade mit Deutschlands Energiereserven. Wir leben von der Substanz, und die Substanz schwindet rapide. Die Politik scheint darauf zu wetten, dass der Winter bald vorbei ist, doch das ist kein Plan, das ist fahrlässiges Glücksspiel auf dem Rücken der Bevölkerung.

Das Scheitern der “Energie-Diplomatie”

Wer trägt die Verantwortung für dieses Desaster? Der Blick richtet sich unweigerlich auf das Bundeswirtschaftsministerium und Robert Habeck. Erinnern wir uns an die Bilder: Der tiefe Diener in Katar, die großen Ankündigungen einer Energiepartnerschaft, die uns unabhängig vom russischen Gas machen sollte. Was ist daraus geworden? Wie wir heute wissen: fast nichts. Statt verbindlicher Lieferverträge gab es Workshops. Statt Gasflüssen gab es warme Worte.

Die bittere Wahrheit ist, dass Deutschland auf der Weltbühne als Bittsteller auftritt, der seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Katar und andere potenzielle Lieferanten haben langfristige Verträge mit anderen Nationen. Sie warten nicht darauf, dass Deutschland, das sich durch seine wankelmütige Energiepolitik selbst ins Abseits manövriert hat, plötzlich Bedarf anmeldet. Es ist eine naive Vorstellung zu glauben, man könne kurzfristig und zu eigenen Bedingungen riesige Mengen Gas beschaffen, während man gleichzeitig die eigene, funktionierende Energieinfrastruktur – Stichwort Kernkraft – ohne Not abschaltet.

Die Abschaltung der letzten drei Atomkraftwerke mitten in der schwersten Energiekrise der Nachkriegszeit wird als einer der größten politischen Fehler in die Geschichtsbücher eingehen. Wir haben uns selbst entwaffnet und wundern uns nun, dass wir schutzlos dastehen.

Robert Habeck drückt bei Energiewende aufs Tempo - doch die Zeit läuft  davon | STERN.de

Zukunftsmusik statt Krisenmanagement

Und was macht der Kanzler? Olaf Scholz flüchtet sich in Visionen. Während die Gasspeicher leerlaufen und die Windräder bei Flaute stillstehen, spricht er von der Kernfusion als Lösung. Windenergie sei nur eine “Brückentechnologie”, die Zukunft gehöre der Fusion. Das mag wissenschaftlich faszinierend sein, ist aber realpolitisch vollkommen irrelevant für die Probleme dieses Jahrzehnts. Bis die Kernfusion kommerziell nutzbar ist – wenn sie es denn jemals sein wird – werden wir noch viele Winter frieren müssen, wenn wir so weitermachen.

Es ist bezeichnend, dass die Bundesregierung auf Technologien setzt, die noch in den Kinderschuhen stecken, während sie bewährte Technologien verteufelt und abschafft. Glaubt man im Kanzleramt wirklich, dass Investoren Milliarden in die Fusionsforschung in Deutschland stecken werden, wenn das Land gleichzeitig durch hohe Energiepreise, Bürokratie und politische Unsicherheit glänzt? Forscher und Kapital sind flüchtig; sie gehen dorthin, wo die Rahmenbedingungen stimmen. Und das ist aktuell sicher nicht Deutschland.

Bayern probt den Aufstand

Zumindest in Bayern regt sich Widerstand. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordert die Bundesnetzagentur auf, die Stilllegung von Breitbrunn zu untersagen. Es ist ein Kampf David gegen Goliath, Bayern gegen Berlin. Doch es geht hier nicht um Parteipolitik, es geht um die Existenzgrundlage des industriellen Südens. Wenn Bayern das Gas ausgeht, stehen Bänder still, die für den Wohlstand der ganzen Republik entscheidend sind.

Dass bereits 2023 ein Speicher bei Nürnberg stillgelegt wurde, zeigt, dass Breitbrunn kein Einzelfall ist. Es scheint fast so, als gäbe es einen systematischen Rückbau der fossilen Infrastruktur, noch bevor adäquate Alternativen bereitstehen. Das ist Ideologie pur, fernab jeder wirtschaftlichen Vernunft.

Deutschland als warnendes Beispiel

Der Blick von außen auf Deutschland ist mittlerweile geprägt von Kopfschütteln und Unverständnis. Wir sind zum globalen Negativbeispiel geworden: Wie man eine führende Industrienation durch ideologische Energiepolitik an die Wand fährt. Wir haben die sichersten Kernkraftwerke der Welt abgeschaltet, um nun Kohlestrom zu importieren und auf Gas zu hoffen, das nicht kommt. Wir wollen Vorreiter sein, sind aber zum Geisterfahrer geworden.

Die Situation um den Gasspeicher Breitbrunn ist das Symptom einer tiefen Krankheit. Sie zeigt, dass Planungssicherheit in Deutschland ein Fremdwort geworden ist. Unternehmen wie Uniper agieren nach Marktlogik, auch wenn sie dem Staat gehören, weil der politische Rahmen keine Sicherheit mehr bietet. Und die Bürger? Sie sind die Leidtragenden. Sie zahlen die höchsten Strompreise, sie bangen um ihre Arbeitsplätze, und sie müssen sich nun auch noch Sorgen machen, ob die Heizung im nächsten Winter warm bleibt.

Berlin direkt vom 7. September 2025

Fazit: Es ist Zeit aufzuwachen

Wir können es uns nicht länger leisten, die Augen vor der Realität zu verschließen. Die “Energiewende” in ihrer jetzigen Form ist gescheitert. Sie basiert auf Wunschdenken und ignoriert physikalische und ökonomische Gesetze. Wenn wir nicht wollen, dass Deutschland dauerhaft deindustrialisiert wird und der Wohlstand erodiert, brauchen wir eine radikale Kurskorrektur.

Wir müssen unsere verbliebene Infrastruktur schützen und nicht abreißen. Wir müssen Gasspeicher als das sehen, was sie sind: Nationale Sicherheitsreserven, die nicht der Profitmaximierung unterliegen dürfen. Und wir brauchen eine ehrliche Debatte über alle verfügbaren Energiequellen, ohne ideologische Scheuklappen. Die Zeit der Workshops und Visionen ist vorbei. Jetzt zählt nur noch Pragmatismus und Handlungsfähigkeit. Der Fall Breitbrunn muss der Wendepunkt sein. Wenn wir diesen Weckruf ignorieren, dann steht uns nicht nur ein kalter Winter bevor, sondern eine eisige Zukunft für den Standort Deutschland. Es liegt an uns, Druck zu machen und Rechenschaft zu fordern.

Denn am Ende sind es unsere Steuern, unsere Jobs und unsere Zukunft, die hier auf dem Spiel stehen.